Editorial aus unserer Zeitschrift WIR.Heilpraktiker, Ausgabe Januar bis März 2024

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor uns liegt ein langer, aber auch interessanter Weg. Wir werden noch viele Steigungen überwinden müssen, aber auch Erfolge sehen. Wir gehen den Weg nicht alleine. Manche haben unsere Schrittgeschwindigkeit, mit anderen werden wir uns erst einigen müssen. Und auch wir durchlaufen dabei einen Lernprozess. Was uns auf dem Weg zum Gipfel – wenn es denn einen Gipfel gibt – erwartet, ist nicht eindeutig.

Was wir wissen
• Der Bundes-Gesetzgeber will alle Gesetze aus der Zeit vor 1949 neu aufstellen. Dazu gehört das Gesetz zur Ausübung der Heilkunde (Heilpraktikergesetz) von 1939. 

• Den Ärztekammern ist es ein Dorn im Auge, dass neben ihnen ein Beruf Diagnosen stellen und über Injektion/Infusion therapieren darf. Sie sind auch nicht für eine Aufwertung durch eine andere Ausbildung. 

• Die Bundesländer müssen alle Ideen (Rahmenbedingungen) des Bundes-Gesetzgebers umsetzen, haben aber kaum Ressourcen hierfür. Manche Länder neigen deshalb eher in eine Richtung, Kompetenzen zu minimieren. Andere sind nicht so eng gestrickt. 

• Gesetzesinitiativen kommen vom Bundesministerium für Gesundheit, nicht von den Parteien oder dem Gesundheitsausschuss des Bundestages. Vorbereitet werden Gesetzentwürfe oft durch Gutachten. Gutachten 1 liegt vor und stärkt unsere Berufsperspektive. Gutachten 2 soll die Datenlage verbessern und bis Mitte 2024 vorliegen.


Unsere Baustellen 

• Ausbildung: Es gibt mindestens zwei, wenn nicht drei, völlig unterschiedliche Ausbildungskon- zepte unter den Verbänden und den Kolleginnen und Kollegen. 

• Berufsordnung und Berufsreglementierung: Es gibt mindestens zwei, wenn nicht drei, völlig unterschiedliche Vorstellungen, ob und wie ein zukünftiger Beruf geregelt werden soll. 

• Es gibt innerhalb unseres Berufes mehrere Therapie-Bereiche, die sich als eigenständiger Beruf verstehen. Die Heilpraktiker-Erlaubnis ist nur Mittel zum eigenen Zweck. Hierzu gehören viele sektorale, aber auch manche Therapierichtungen der Voll-Heilpraktiker 
Wieviel Klarheit das Jahr 2024 bringen wird, hängt auch von uns selber ab.

Wir jedenfalls gehen weiter auf unserem Weg. Wir packen an, wo es notwendig, erfolgversprechend und leistbar ist. Und je mehr Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker diesen Weg unterstützen, desto besser können wir handeln. 


Unseren Mitgliedern danken wir für den Zusammenhalt und wünschen ein gutes und erfolgreiches 2024. 


Herzlichst, Ihr
Dieter Siewertsen
Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.