Wirtschaftliche Stimmungslage und hemmende Negativ-Faktoren in den Heilberufen
Die Stiftung Gesundheit aus Hamburg (www.stiftung-gesundheit.de) befragt regelmäßig Heilberufler und Ärzte zu ihren wirtschaftlichen Erwartungen.
Heilberufler
Die wirtschaftliche Stimmung unter den Heilberuflern hat sich im 4. Quartal 2025 weiter eingetrübt. Das Stimmungsbarometer ist gegenüber dem Vorquartal um 2,5 Punkte auf einen Wert von -13,0 zurückgegangen. Die pessimistische Erwartung für die kommenden sechs Monate ist der Treiber für den Rückgang: Sie ist um 6,0 Punkte gesunken. Die Einschätzung der aktuellen Lage hat sich dagegen um 1,5 Punkte verbessert.
Fachgruppen im Vergleich: Ergotherapeuten im Plus, Apotheker stark im Rückgang
In den heilberuflichen Fachgruppen zeigt sich ein differenziertes Bild. Am deutlichsten verbesserte sich erneut die Stimmung bei den Ergotherapeuten: Sie legte um 5,5 Punkte zu und ist nun erstmals seit Beginn der Erhebung die Gruppe mit der insgesamt positivsten Stimmung. Auch bei den Logopäden und Physiotherapeuten zog die Stimmung an. Dagegen ging sie bei den Hebammen und Heilpraktikern (-5,7 Punkte) zurück – besonders stark verschlechterte sie sich bei den Apothekern (-11,9 Punkte).
Der Einfluss von Negativ-Faktoren auf die Arbeitssituation der Heilberufler ist im 4. Quartal gestiegen: 64,0 Prozent fühlen sich durch politische Entscheidungen, gesetzliche Regelungen und Vorgaben der Selbstverwaltung beeinträchtigt. 43,2 Prozent empfinden die Digitalisierung als störend, die eigene Arbeitszeit nannten 42,3 Prozent.
https://www.stiftung-gesundheit.de/analysen-studien-stimmungsbarometer-q4-2025-heilberufe/
Ärzte
Die wirtschaftliche Stimmung der niedergelassenen Ärzte ist im 4. Quartal 2025 um 4,2 Punkte gestiegen und liegt nun bei einem Stimmungswert von -20,9 Punkten. „Trotz der Schwankungen in den vergangenen Quartalen zeigt sich über einen Betrachtungszeitraum von zwei Jahren insgesamt eine Erholung der Werte“, ordnet Prof. Dr. Dr. Konrad Obermann, Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit, die aktuellen Ergebnisse ein.
Das größte Stimmungs-Plus verzeichneten die Hausärzte (plus 10,9 Punkte), gefolgt von den Psychologischen Psychotherapeuten (plus 4,9 Punkte). Auch bei den Zahnärzten verbesserte sich die Stimmung im Vergleich zum Vorquartal leicht (plus 0,2 Punkte). Bei den Fachärzten dagegen ging sie um 2,0 Punkte zurück.
Bei den belastenden Faktoren gibt es in diesem Quartal einen neuen Spitzenreiter: Fast 70 Prozent der Ärzte gaben an, dass die Digitalisierung sich negativ auf ihren Arbeitsalltag auswirke. Das hält Obermann für nachvollziehbar: „Leider verläuft die Umsetzung aktuell alles andere als reibungslos, so dass die Digitalisierung Ärzte derzeit viel Kraft und Nerven kostet.“ Er empfiehlt, Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Branchen zu nutzen, die digitale Lösungen bereits erfolgreich und technisch reibungsarm in das Leben und Arbeiten integrieren: „Natürlich geht es im Gesundheitswesen um besonders sensible Daten, aber das sollte keine Pauschal-Ausrede für langsame und unzureichende Prozesse sein.
https://www.stiftung-gesundheit.de/analysen-studien-stimmungsbarometer-q4-2025-aerzte/
27.01.2026