Seit dem 22.12.2017 sind die neuen Leitlinien im Bundesanzeiger veröffentlicht und damit rechtsverbindlich für alle Berufsanwärter, die die Heilkunde ausüben möchten.
Bundesweit müssen nun schriftliche und mündliche Prüfungen mit hohem medizinischen Niveau abgelegt werden. Sowohl theoretische Kenntnisse, als auch praktische Fähigkeiten im Bereich der Anamnese, Untersuchung und Laborbefundauswertung müssen nachgewiesen werden.
Lesen Sie hier einen Auszug aus den neuen Prüfungsbedingungen, welche Kenntnisse nachzuweisen sind:

  • Die medizinischen Kenntnisse müssen sich über alle menschlichen Organsysteme in Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie und Pathologie erstrecken.
  • Auch Erkrankungen der Psyche, der Sinnesorgane, während der Schwangerschaft, im Kindesalter oder im Bereich der Geriatrie gehören dazu.
  • Ärztliche Befunde muss ein Heilpraktikeranwärter lesen und bewerten können, muss berufsbezogene Diagnosen stellen und einen Behandlungsplan entwickeln, von dem für die Patienten keine Gefahren ausgehen dürfen.
  • Relevante Rechtsvorschriften z.B. Patienten-Rechte-Gesetz mit Dokumentationspflicht, Infektionsschutzgesetz mit Arztvorbehalten, Heilmittelwerbegesetz mit Einschränkungen für die Bewerbung der Behandlung von Krebserkrankungen hat der Heilpraktiker zu beachten; Kenntnisse der Hygienevorschriften und Regeln des Qualitätsmanagements; Notfallsituationen müssen sicher erkannt und im Handeln beherrscht werden.

Damit hat ein Heilpraktiker in Zukunft ein umfassendes Ausbildungsspektrum zu durchlaufen und kann die Berufsausübung nur erlangen, wenn all diese Kenntnisse und Fähigkeiten anwendungssicher in der amtsärztlichen Überprüfung gezeigt worden sind.
Mit der Gesetzesänderung werden die Bundesländer verpflichtet, in ihrer Verwaltung bei der Abnahme der Überprüfungen für die Berufserlaubnis ein weitgehend bundeseinheitlich gestaltetes Niveau zu sichern. Behörden haben damit einen direkten Einfluss auf die Zulassung und Kontrolle von Heilpraktiker-Praxen.
Eine Anpassung der Rechtslage für die sektoralen Heilpraktiker in medizinischen Berufen wie Physiotherapie und Podologie bleibt weitgehend in der Hand der Bundesländer. Hier ist weiterhin mit Unterschieden in der Länderpolitik zu rechnen.


Düsseldorf und Dresden 15.1.2018
FH Bundesverband und FH-Landesbereich Sachsen
F H - Freie Heilpraktiker e.V. - Berufs- und Fachverband - Benrather Schloßallee 49 - 53 40597 Düsseldorf Tel.: 0211 9017 290 Fax: 0211 9017 2919 info@freieheilpraktiker.com www.freieheilpraktiker.com www.heilpraktikerkongress.de
Die Leitlinie ist über www.bundesanzeiger.de abrufbar: Leitlinie

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