Öffentlich-rechtliche Stimmungsmache
Reform des Heilpraktikerrechts: Wie können wir zu gemeinsamen Vorschlägen kommen?

Öffentlich-rechtliche Stimmungsmache
Wir alle müssen es dieser Tage ertragen: Der einseitig recherchierte und journalistisch schlecht gemachte Beitrag der Journalistin Ruby (sie ist Mitglied im Beirat von medwatch, einer Organisation, von der man eine Nähe zu den „Skeptikern“ vermutet) wird derzeit durch die 3. Fernsehprogramme und Spartensendern der ARD „geprügelt“.

Auch der im Beitrag prominent vorkommenden Professorin J. Hübner wird eine Nähe zu den Skeptikern nachgesagt.

Die ARD ist Teil der sog. 4. Macht im Staat und hat das Pressefreiheits-Privileg. Die Pressefreiheit ist auch nach unserer Auffassung für das Funktionieren einer Demokratie absolut notwenig.
Grenzen setzt die Rechtsprechung, wenn Persönlichkeitsrechte von Einzelnen verletzt werden. Ein Verbandsklagerecht gibt es nicht, aber die Beschwerdemöglichkeiten.

Medien berichten nicht nur objektiv, sie machen auch Meinung und Stimmung. Bis zu einem gewissen Grad müssen wir damit leben lernen und wir sind ja nicht gänzlich machtlos.
Wir machen Gegenstimmung und rücken immer wieder gerade, was falsch dargestellt wird. Dafür dient unsere öffentliche Programmbeschwerde, die jetzt als Beschwerde beim zuständigen SWR-Ausschuss liegt. Evtl. ergibt sich aus Behandlung der Beschwerde oder einigen Antworten die Möglichkeit zu einem juristischen Vorgehen. Wir werden das sorgfältig prüfen.

Die ideologisch motivierte Stimmungsmache gegen Heilpraktiker/innen werden wir dadurch nicht stoppen können. Der demokratische Meinungskampf wird weiter erfolgen. Nach wie vor ist deshalb die weiterhin ordentliche Arbeit in der Praxis das A und das 0. Gegen die positiven Erfahrungen der Patient/innen können ideologische Beiträge nichts bewirken, im Gegenteil.

Reform des Heilpraktikerrechts: Wie können wir zu gemeinsamen Vorschlägen kommen?
Damit im Zusammenhang steht die Reform des Heilpraktikerrechts. Wir sollten ein Interesse daran haben, für die politischen Entscheidungsträger sachbezogene, umsetzbare und juristisch durchdachte Vorschläge zu erarbeiten.

Ob das durch die bisherige Form der Zusammenarbeit und mit den bestehenden Verbandszusammenschlüssen erreicht werden kann, ist zumindest fraglich. FH hat seit sehr langer Zeit sowohl in Verbandszusammenschlüssen als auch mit vielen einzelnen Verbänden zusammengearbeitet.

Wir haben vor einem Jahr gegen massive Widerstände mit der themenbezogenen Kampagne „Ein eigenes Rechtsgutachten“ eine große und sehr erfolgreiche überverbandliche Aktion ins Leben gerufen. In unterschiedlicher Weise habe sich 15 Berufs- und Fachverbände aus fast allen Verbandszusammenschlüssen , 43 Heilpraktikerschulen, 5 Firmen und über 400 Einzelpersonen (Heilpraktiker/innen, Patient/innen) beteiligt. Das Gutachten liegt vor und diese Kampagne ist so gut wie abgeschlossen.

Wir haben gegen das Desaster der Eigenblut-Therapieuntersagungen wiederum gegen starke Widerstände einen eigenen juristischen Weg beschritten, bisher erfolgreich. Auch diesen Weg gehen wir gemeinsam mit einigen Berufsverbänden.

Wir erleben eine Polarisierung innerhalb und zwischen den drei größeren Zusammenschlüssen (DDH/AMK, Gesamtkonferenz, IQHP), die kein Miteinander finden. Das ist nicht gut für das Erscheinungsbild der Heilpraktiker/innen und verhindert Gemeinsamkeit. Wir selbst waren bis vor kurzem Mitglied im Dachverband DDH und der AMK. Wir wollen für die Polarisierung nicht mehr mitverantwortlich sein und haben uns deshalb entschlossen, unsere Mitgliedschaft im DDH und der AMK zu beenden.

Wir werden in der „Offenbacher Verbänderunde“ weiterarbeiten und die vielen guten und kooperativen Verbindungen zu den Verbänden weiter pflegen.
Und wir werden uns mit aller jetzt auch frei werdenden Kraft darum bemühen, dass es zu beruflich sinnvollen Reform-Vorschlägen kommt. Und dies auf Basis der juristischen Möglichkeiten, die das Gutachten zum Heilpraktikerrecht von Dr. R. Sasse aufzeigt.

Wir sind uns sicher: 2021 müssen wir den politischen Entscheidungsträgern sachbezogene, umsetzbare und juristisch durchdachte Vorschläge unterbreiten:
Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung, Berufsordnung, Honorarregelungen.

Innerhalb unseres Verbandes werden wir hierfür eine Expertenrunde aufbauen.

Und wir laden alle Berufsverbände, Fachgesellschaften und Heilpraktiker/innen ein, bei dem Projekt einer überverbandlichen und sachbezogenen fachlichen Zusammenarbeit und Vernetzung mitzuwirken.

Düsseldorf, den 12.02.2021

Vorstand des Berufsverbandes
FH-Freie Heilpraktiker e.V.

Dieter Siewertsen, Heilpraktiker
Cynthia Roosen, Heilpraktikerin
Nina Stickelmann, Heilpraktikerin
Manfred Haferanke, Heilpraktiker

 

Weitere Informationen:
Gedanken zur Zusammenarbeit (2020)
Heilpraktikerrecht 2021

 

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